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14. September 2026 · Lene · 1 min

Warum bei uns kein Spiegel hängt

In den meisten Studios hängt einer an der langen Wand. Bei uns sind dort Fenster.

Als wir den Raum unterm Dach zum ersten Mal gesehen haben, war die lange Wand leer. Der Vermieter fragte, ob dort Spiegel hinsollen. Wir haben Nein gesagt, und das war die erste Entscheidung für Blau.

Ein Spiegel lädt dazu ein, die Haltung von außen zu prüfen: Sieht das richtig aus? Sieht das aus wie bei der Person daneben? Nach einer Stunde weiß man viel über sein Spiegelbild und wenig darüber, wie sich der Rücken anfühlt.

Ohne Spiegel bleibt nur der Weg nach innen. Wo drückt der Fuß in die Matte, wohin geht der Atem? Am Anfang ist das ungewohnt. Nach ein paar Stunden spürt man mehr und vergleicht weniger.

Damit trotzdem nichts schiefgeht, gehen wir durch den Raum und korrigieren mit der Hand, wenn du willst. Wer nicht berührt werden möchte, legt einen Block an den Mattenrand. Dann sagen wir es mit Worten.

Und wohin schaut man stattdessen? Aus dem Fenster. Über die Dächer bis zur Halde und darüber in den Himmel. Deshalb heißen wir so.

Blau ist ein Konzept. Studio, Menschen und Texte sind erfunden.

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